Viele Menschen beschäftigen sich heute intensiv mit persönlicher Entwicklung. Sie lesen Bücher, hören Podcasts, besuchen Kurse oder arbeiten an sich selbst. Und trotzdem wächst bei vielen das Gefühl von Erschöpfung, Überforderung oder innerer Leere.
Nicht, weil sie sich zu wenig bemühen.
Sondern weil vieles davon allein geschieht.
Der Fokus auf Selbstoptimierung hat lange versprochen, dass Veränderung vor allem eine individuelle Aufgabe ist: besser werden, klarer werden, stabiler werden. Doch immer mehr Menschen merken, dass Wissen und Methoden allein oft nicht ausreichen – besonders in Phasen von Umbruch, Zweifel oder Neuorientierung.
Was vielen fehlt, ist kein weiteres Konzept, sondern ein Gegenüber. Ein Raum, in dem Fragen ausgesprochen werden dürfen, ohne sofort gelöst werden zu müssen. Orte, an denen Austausch möglich ist, ohne Leistungsdruck, Bewertung oder Zielvorgaben.
In den letzten Jahren ist deshalb etwas leise, aber deutlich spürbar geworden: Gesprächsrunden, Stammtische, kleine Communities gewinnen an Bedeutung. Nicht als Ersatz für professionelle Begleitung, sondern als Ergänzung. Als Möglichkeit, Gedanken zu teilen, Perspektiven zu wechseln und sich weniger allein zu fühlen.
Gemeinschaft wirkt dabei nicht, weil sie Antworten liefert, sondern weil sie Resonanz ermöglicht. Im Gespräch mit anderen entsteht oft eine neue Einordnung – nicht schneller, aber tragfähiger. Orientierung wächst dann nicht aus Anstrengung, sondern aus Verbindung.
Vielleicht ist das die eigentliche Bewegung unserer Zeit: weg vom permanenten Funktionieren, hin zu mehr Miteinander. Weg von der Idee, alles alleine bewältigen zu müssen. Und hin zu Räumen, in denen Entwicklung gemeinsam stattfinden darf.
Und vielleicht auch weg von der ständigen Fehlersuche, hin zu Austausch und Akezptanz.
Viele erleben diese Entwicklung als eine stille Rückkehr der Gemeinschaft, nachdem Selbstoptimierung lange im Mittelpunkt stand.
Warum wir dieses Thema aufgreifen
Leben auf Kurs beschäftigt sich mit genau diesen Fragen:
Wie entstehen Räume, in denen Austausch möglich wird?
Was brauchen Menschen wirklich in Phasen der Veränderung?
Und wie kann Gemeinschaft wieder eine tragende Rolle spielen – jenseits von schnellen Lösungen?
Dieser Blog versteht sich als Ort für solche Gedanken, Beobachtungen und Einordnungen. Nicht abschließend, nicht belehrend – sondern offen für Weiterdenken.

Tanja Schillmaier beschäftigt sich mit Fragen von Gemeinschaft, Orientierung und tragfähiger Begleitung in beruflichen wie privaten Lebensphasen. Sie initiiert und gestaltet mit Leben auf Kurs und dem Communityformat „Tacheles mit Honig“ Räume der Begegnung, in denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Gleichgesinnte sich leichter finden und neue Perspektiven entwickeln können.
Ein besonderer Fokus liegt darauf, den Coaching- und Begleitmarkt durch kooperative, gemeinschaftlich tragfähige Konzepte weiterzuentwickeln und Wege zu fördern, die über den klassischen Einzelkämpfer-Modus hinausgehen. Neben ihrer Arbeit an gemeinschaftlichen Formaten ist sie Autorin mehrerer Bücher.
